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Kunst:

Das achte Feld

(01. August 2006)
Vom 19. August bis 12. November ist im Kölner Museum Ludwig die Ausstellung "Das achte Feld - Geschlechter, Leben und Begehren in der Kunst seit 1960" zu sehen. Hier der einleitende Text aus der Ankündigung:

Mit der Ausstellung „Das achte Feld“ wagt sich das Museum Ludwig an die Ränder der Sexualität. Zum ersten Mal wird der künstlerische Umgang mit marginalisierter Sexualität so umfassend gewürdigt. Die Schau versammelt über 260 Werke von mehr als 80 Künstlerinnen und Künstlern und bietet damit einen Überblick über Trans-, Homo- und Intersexualität, Transgender, Gender-Crossing, Drag und Travestie in der Kunst.

Der Titel „Das achte Feld“ verweist auf eine Regel im Schach. Rückt der Bauer auf das achte Feld vor, kann er sich in eine Dame verwandeln. Ein Geschlechterwechsel, der die Verhältnisse auf den Kopf stellt: Der Schwache wird zur Starken, der Verlierer zur Gewinnerin. Diese Verwandlung, die die heterosexuell dominierten Geschlechterverhältnisse außer Kraft setzt, will die Ausstellung zeigen, für die Möglichkeiten einer freien, nicht regulierten Sexualität will sie plädieren.

„Das achte Feld“ spürt der Lust nach, sich in das andere Geschlecht zu verwandeln und sein Spiel mit Rollenzuschreibungen zu treiben. Dabei wird anschaulich, dass Sexualität, gerade jenseits des Normalen, Beben und Verwandlung, Begehren und Macht, Verführung und Trauer, Glanz und Elend ist. Die Ausstellung erinnert aber auch an die sozialen und politischen Auseinandersetzungen, in denen
sexuelle Selbstbestimmung erstritten wurde und wird – nicht selten gerade von Künstlerinnen und Künstlern. Denn nur in der Kunst lässt sich die ganze Faszination des Themas erfahren. Sie gestattet nicht nur das gefahrlose Spiel mit den Geschlechtern, mit den verbotenen Wünschen, sie allein erfasst ihre Widersprüchlichkeit. Was bedeutet das für das abweichende Begehren? Was bedeutet es nach der Liberalisierung, in einer totnormalisierten Welt? Wie sieht diese Welt für weibliche Männer, männliche Frauen aus?

Die in neun Abteilungen gegliederte Ausstellung erstreckt sich über mehrere Etagen des Museums; sie verbindet hohen dokumentarischen Wert mit erotischem Reiz und künstlerischer Qualität.

Mehr Infos und ein Ausblick auf die Exponate:
http://www.museenkoeln.de/museum-ludwig/



 
 

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