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Medizin:

Studie über die Lebensqualität transsexueller Menschen

(03. Mai 2004)
Dipl. Psych. H. Joachim Schindelhauer-Deutscher ist psychologischer Psychotherapeut am Institut für Humangenetik der Universität des Saarlandes in Homburg. Er schickte uns folgendes Schreiben:
Sehr geehrte Damen und Herren!
Mit diesem Schreiben möchte ich Sie und Ihren Verband ganz herzlich um Mithilfe und Unterstützung für eine Forschungsstudie bitten, die ich zur Zeit an der Genetischen Beratungsstelle am Institut für Humangenetik der Universität des Saarlandes in Homburg/Saar durchführe.

Zu meiner Person und meiner Motivation für diese Studie: Neben meiner Haupttätigkeit als Psychologischer Psychotherapeut und Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Genetischen Beratungsstelle der Universität des Saarlandes begleite und begutachte ich seit mehr als 10 Jahren – anfangs gemeinsam mit dem inzwischen in den Ruhestand getretenen ehemaligen Leiter unseres Instituts, Herrn Prof. Dr. K. D. Zang - auch transsexuelle Frauen und Männer, die von Amtsgerichten und Ärzten an uns überwiesen werden entsprechend dem Transsexuellengesetz und den Behandlungs- und Begutachtungsstandards der Deutschen Gesellschaft für Sexualforschung. Aufgrund dieser langjährigen Tätigkeit als Psychotherapeut und Gutachter bin ich natürlich auch mit den zahlreichen mehr oder minder schmerzlichen Erfahrungen vertraut, die viele transsexuelle Männer und Frauen bei Ihrem Bemühen um die neue Geschlechtszugehörigkeit machen müssen.

Nach Jahren des sich im eigenen Körper fremd Fühlens, der gefühlsmäßigen Zerrissenheit und des inneren Kampfes sowie der heimlichen Fluchten in die Kleidung des Wunschgeschlechts wird oftmals das erste öffentliche Coming-Out in der neuen Geschlechtsrolle von der Umwelt mit Unverständnis, Spott oder gar offener Feindseligkeit beantwortet. Vielfach gehen langjährige Beziehungen in die Brüche und berufliche Veränderungen werden unausweichlich. Viele transsexuelle Menschen sind aber auch irritiert oder gar verärgert über den langwierigen und bürokratischen Prozess der rechtlichen Anerkennung in dem von ihnen erlebten anderen Geschlecht sowie das Zögern von Ärzten vor der Durchführung einer hormonellen und operativen Geschlechtsangleichung.

Diese und weitere Aspekte der Lebensqualität transsexueller Männer und Frauen möchte ich durch eine anonyme, wissenschaftliche Studie erfassen und beschreiben. Ich erhoffe mir durch den Einsatz von Fragebögen (u.a. des eigens entwickelten „Fragebogens zur Lebensqualität transsexueller Menschen“) Erkenntnisse über die tatsächlichen Lebensbedingungen und die Lebensqualität transsexueller Menschen nach Abschluss ihrer geschlechtsangleichenden Maßnahmen, evt. auch nach mehreren Jahren Erfahrung in ihrem neuen Leben. Darüber hinaus erwarte ich mir wertvolle Anregungen dahingehend, wie der Prozess der Begutachtung und des rechtlichen Anerkennungsverfahrens sowie der medizinischen Geschlechtsangleichung zum Wohle der Betroffenen verbessert werden kann. Nicht zuletzt hoffe ich, dass die Ergebnisse der geplanten Studie die erreichbare Lebensqualität transsexueller Menschen verlässlicher als bislang prognostizieren lassen.

Natürlich steigt die Aussagekraft der geplanten Studie ganz wesentlich in dem Maße, in dem sich möglichst viele transsexuelle Männer und Frauen bereit erklären, an der Befragung teilzunehmen. Und zwar nicht nur Menschen, denen es jetzt besser geht, sondern auch solche, deren Erwartungen sich nicht erfüllt haben. Ich wäre Ihnen deshalb sehr dankbar, wenn Sie die Mitglieder Ihres Verbandes sowie andere Ihnen bekannte transsexuelle Menschen auf diese Forschungsstudie aufmerksam machen und sie um die freiwillige Teilnahme daran bitten würden.

Alle Angaben der Befragten werden absolut vertraulich behandelt. Alle Fragebogenantworten gehen ausschließlich als anonymisierte, nicht zur Person des Befragten zurückverfolgbare Daten in die Endauswertung der Studie ein. Der zeitliche Aufwand für das Ausfüllen der Fragebögen beträgt insgesamt etwa 1 bis 1? Stunden.

Mitglieder Ihres Verbandes sowie andere transsexuelle Menschen, die unter diesen Bedingungen bereit sind, an der Studie teilzunehmen, mögen sich bitte baldmöglichst schriftlich, telefonisch oder per Email mit mir in Verbindung setzen. Sie erhalten dann von mir umgehend per Post die entsprechenden Fragebögen sowie einen frankierten Freiumschlag für die kostenlose Rücksendung der ausgefüllten Bögen. Für weitere Fragen stehe ich Ihnen selbstverständlich zur Verfügung.

Vorab noch einmal vielen Dank für Ihr Interesse und Ihre Mitarbeit bei diesem Forschungsprojekt, dessen Ergebnisse all denen helfen sollen, die Ihr Schicksal teilen.

Mit freundlichen Grüßen

Dipl. Psych. H. Joachim Schindelhauer-Deutscher
Psychologischer Psychotherapeut
Kontakt: hghjsd@uniklinik-saarland.de



 
 

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