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Opel und die Op

(01. Juni 2006)
Opel-Automobile kann man drei Tage testen, erst dann muss man sich entscheiden, ob man kaufen möchte. Beworben wird dieses Angebot mit Fernsehspots, in denen Menschen auftreten, die eine Entscheidung schon nach kurzer Zeit bereuen und sie wieder rückgängig machen wollen. So fragt zum Beispiel ein Fremdenlegionär seinen Ausbilder, ob er nicht wieder aus der Armee austreten könnte. Und so fragt eine Transsexuelle drei Tage nach der Op (!) ihren Arzt, ob er sie nicht wieder in einen Mann zurückverwandeln könnte (den Spot gibt hier zu sehen >>> ). Das soll lustig sein, ist es aber nicht. Besonders Betroffene können über das Bild, das der Spot von Transexuellen zeichnet, gar nicht lachen. Deborah Campbell von der Erftstatter Anwaltskanzlei Keith & Collegen hat sich in einem offenen Brief an die Adam Opel AG gewendet:

Offener Brief an die Adam Opel AG

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich habe Sie angeschrieben, da sich die Kanzlei Keith und Collegen mit dem Thema Transgender und Recht beschäftigt. In diesem Zusammenhang wurde ich auf Ihre neue Werbekampagne aufmerksam gemacht.
Hier wird ein transidenter Mensch so dargestellt, als ob er den Schritt der geschlechtsangleichenden Operation genauso unbedarft angehen würde, wie den Kauf eines Opel PKW. Nach den bei mir eingegangenen Reaktionen empfinden viele Betroffene dies als beleidigend, diffamierend, takt- und geschmacklos.

Bei all meinem Verständnis für Ihre wirtschaftliche Situation, den harten Konkurrenzkampf und den mit der Werbekampagne verfolgten Ziele, möchte ich Sie wenigstens anregen, darüber nachzudenken, ob Sie mit der Darstellung vielleicht nicht ein kleines bisschen über das Ziel hinausgeschossen sind. Diese wirkt wie ein billiger Versuch, auf Kosten der Transgender ?hipp? zu wirken.

Sie scheinen sich offensichtlich nicht im Klaren darüber zu sein, durch welche psychisch und körperlich belastenden Situationen transidente Menschen gehen müssen! Darüber hinaus stellen Sie Transidente als unterbelichtet, beschränkt, einfältig und blöd dar. Als ob diese sich über eine sehr weit reichende und einschneidende Entscheidung wenig Gedanken machen würden.

Eine geschlechtsangleichende Operation erfolgt nur nach einem (mehr als dreitägigen) Alltagstest. Und glauben Sie mir, wenn man sich einen Opel nur nach Einholung von zwei positiven psychiatrischen Gutachten und einem mehrjährigen(!) Alltagstest kaufen könnte, Sie würden mit Sicherheit keine Autos mehr verkaufen.

Mit freundlichen Grüßen

Deborah Campbell
Rechtsanwaltskanzlei Keith & Collegen
www.rechtsanwaelte-erftstadt.de
tg@rechtsanwaelte-erftstadt.de



 
 

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