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Deutscher Transgender-Mann immer noch in Haft

(27. September 2002)
Antonio Caputo, deutscher Transgender-Mann aus Berlin, befindet sich immer noch in einem us-amerikanischen Gefängnis. In der Berliner Queer-Community sind mittlerweile Solidaritätsaktionen und Spendensammlungen angelaufen. Am 4.10. - also während der TG-Tagung - findet zum Beispiel um 21h im Sonntags Club eine Lesung von Nadja Nikitina statt, wo sie ihr Skript zugunsten Antonio versteigern wird.

Die Rechtsanwältin von Antonio hat folgende Presseerklrung herausgegeben:

Antonio Caputo, ein seit 10 Jahren in der Berliner Szene bekannter Drag King und Performer, befand sich seit Mitte August zusammen mit amerikanischen Künstlern in den USA in North Dakota. Er hat in den USA an zwei Benefiz-Veranstaltungen eine Performance aufgeführt. Am Sonntag, den 15.09.2002, wurde er um 3.00 Uhr morgens, von der Polizei festgenommen und in Einzelhaft gesteckt. Der Vorwurf lautet bisher Arbeiten ohne Arbeitserlaubnis. Nebenbei ist noch zu ergänzen, dass Homosexualität in North Dakota in der heutigen Zeit noch strafbar ist.

Seit dem Tag der Inhaftierung in einer kalten und immer dunklen Zelle wurden die grundlegenden Menschenrechte aus der amerikanischen Menschenrechtskonvention verletzt.

Die Mindestanforderungen an die Achtung der menschlichen Würde wurde in jeder Hinsicht untergraben. Befehle werden nur über Lautsprecher an ihn herangetragen, persönliche Nachfragen und Informationen, was nun eigentlich geschieht, erfolgen gar nicht. Während des Duschens wird er gefilmt. Das Wechseln seiner Sachen wird ihm verwehrt. Bis heute, also seit acht Tagen, durfte er nicht ein Mal an die frische Luft. Licht gibt es in der Zelle nicht.

Seit Dienstag ist Antonio auch an einer Bronchitis erkrankt, die sich bis heute zu einer Nasenhöhlenvereiterung ausgeweitet hat. Eine zweite Decke hat er auf Nachfrage nicht erhalten.

Damit liegt auch eine Verletzung der körperlichen Unversehrtheit vor.

Des weiteren werden die grundlegenden Verfahrensrechte verletzt. Denn seit acht Tagen wurde Antonio keinem Richter vorgeführt, wozu jedoch die Menschenrechtskonvention verpflichtet.

Die Berliner Queer-Community hat während einer Benefizveranstaltung Geld für einen Anwalt in den USA gesammelt.

Das Auswärtige Amt ist informiert.

Für weitere Nachfragen und Unterstützung: Manuela Sissy Kraus, Rechtsanwältin und Redakteurin von Radio Rainbow City;. Telefon : 030 – 399 07 311; webwusel@gmx.net

Antonio braucht dringend Spenden, um seine Verteidigung zu finanzieren. Wer spenden möchte, jeder Euro ist willkommen, wende sich bitte an Sabina, sie nennt euch dann die Bankverbindung.



 
 

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