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Wer mich liebt, nimmt den Zug

With (Ceux qui m'aiment prendront le train)
Französischer Spielfilm von 1998

Regie: Patrice Chéreau
Drehbuch: Danièle Thompson, Patrice Chéreau, Pierre Trividic
Kamera: Eric Gautier
Laufzeit: 115 Min.


Personen:
Jean-Louis Trintignant, François Pascal Greggory, Claire Valeria Bruni-Tedeschi, Jean-Marie Charles Berling, Louis Bruno Todeschini, Bruno Sylvain Jacques. Viviane Vincent Perez, Thierry Roschdy Zem, Catherine Dominique Blanc, Elodie Delphine Schiltz, Sami Nathan Cogan, Lucie Marie Daems, Genevieve Chantal Neuwirth, Dominique Thierry De Peretti, Bernard Olivier Gourmet, Marie-Rose Geneviève Brunet und andere


Ein Pariser Künstler wird in Limoges bestattet. Daher müssen alle Besucher seines Grabes mit dem Zug anreisen; Schüler und Lover. Ziemlich besinnlich, ziemlich problematisch, ziemlich französisch.
Ein Pariser Künstler wird in Limoges bestattet. Daher müssen alle Besucher seines Grabes mit dem Zug anreisen; Schüler und Lover. Ziemlich besinnlich, ziemlich problematisch, ziemlich französisch.

Der homosexuelle und exzentrische Maler Jean-Baptiste sorgte schon zu Lebzeiten für Aufregung unter seinen Verwandten und Freunden. Während der Zugreise zu seinem Begräbnis kommt es zwischen ihnen zu einer Reihe von tragikomischen Begegnungen, bei denen sich sentimentale Erinnerungen und bittere Selbsterkenntnisse offenbaren. Der Theaterregie-Star Patrice Chéreau entwirft in seinem vielfach preisgekrönten Drama ein explosives Panorama der Hassliebe, der zerstobenen Träume und Zukunftsängste.

Der exzentrische, homosexuelle Maler Jean-Baptiste (Jean-Louis Trintignant) hat schon zu Lebzeiten Freunde und Verwandte provoziert. Nun ist er mit siebzig Jahren gestorben. Er hat verfügt, dass ihm die Trauergesellschaft mit dem Zug von Paris zum Begräbnis in seine Heimatstadt Limoges folgen soll. Jean-Baptistes letzter Geliebter, der Pfleger und Dealer Thierry (Roschdy Zem), überführt den Sarg im Auto. Derweil brechen in der Reisegesellschaft unterdrückte Konflikte und Ängste auf. Der zynische Francois (Pascal Greggory) war Jean-Baptistes Meisterschüler und dessen große Liebe. Nun ist er mit dem sensiblen Louis (Bruno Todeschini) liiert. Louis ist ein Romantiker und beginnt unterwegs eine Affäre mit dem Strichjungen Bruno (Sylvain Jacques). Louis ist tief verletzt, als Francois ihm kühl erklärt, dass er mit Bruno eine lange Affäre hatte und Bruno zudem an AIDS erkrankt ist. Verwirrt verlässt Louis den Zug. In heftigen Streit geraten auch Jean-Baptistes Neffen Jean-Marie (Charles Berling) und seine Ex-Frau Claire (Valéria Bruni-Tedeschi). Claire hat einen erfolgreichen Drogenentzug hinter sich und versucht, Jean-Marie von ihrem gemeinsamen Baby zu erzählen. Jean-Marie reagiert jedoch gewalttätig auf Claires Annäherung. Für ihn war Jean-Baptiste ein Idol. Nun begegnet er nach zehn Jahren seinem Vater Lucien (Jean-Louis Trintignant) wieder, dem Zwillingsbruder des Toten. Überrascht erfährt Jean-Marie, dass Lucien sich heimlich um ihn sorgte und ihn finanziell unterstützte. Der aggressive Jean-Marie ist betroffen. Er spürt, dass er sich auch mit Claire aussprechen muss. Zur Trauergesellschaft stößt auch die schöne Viviane (Vincent Perez), die eine Geschlechtsumwandlung hinter sich hat und für zusätzliche Irritationen sorgt. In Luciens Haus beginnt eine lange Nacht der Offenbarungen und schmerzlichen Selbsterkenntnisse.

Dem Theater-Genie Patrice Chéreau ("Die Bartholomäusnacht") gelang ein furioses Drama über die Entfesselung moralischer und gesellschaftlicher Normen, eine hautnahe Beobachtung gescheiterter Rebellen und der erdrückenden Enge der Familienbande. Für Chéreau ist es aber auch die Geschichte einer Erlösung: "Alle Figuren zeigen etwas mehr Liebe für die übrigen. Sie sind großzügiger geworden. Jean-Baptiste hat allen mit seinem Tod ein großes Geschenk gemacht. Es ist ein Film der Hoffnung".