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Die Ahnungslosen

So schrieb Silvia Hallensleben vom Berliner Tagesspiegel:

"Le fate ignoranti"

Die Fee, die ein Kerl war

Italien, prall: Ein Fim von Ferzan Ozpetek

Viele junge Filmemamcher, die an der Wiederbelebung des deutschen Kinos mitwirken, sind Türken. Auch Ferzan Ozpetek ist 1959 in Istanbul geboren, doch er lebt nicht in Berlin, sondern seit 1978 in Rom. "Le fate ignoranti" - die unwissenden Feen - lautet der Gruß unter einer Liebesbotschaft, die eine römische Ärztin eines Tages auf der Rückseite eines Gemäldes entdeckt: Die Botschaft war offensichtlich an ihren Ehemann gerichtet. Den hat Antonia gerade durch einen Autounfall verloren. Nach dem Tod nun der Verlust der trauten Erinnerung. Und quälende Fragen: Was bleibt von einer Liebe unter solchen Umständen zurück?
Antonia muss entdecken, dass sich hinter der Fee ein Kerl verbirgt, und hinter der Untreue eine Welt, die sich in einer malerisch vergammelten Dachgartenwohnung materialisiert, wo sich Schwule, Transsexuelle und andere bunte Vögel der Kochkunst und der Liebe hingeben. Echt italienisch.

Ozpetek ist nicht als Kind von Arbeitsmigranten, sondern als Filmstudent nach Rom gekommen. Das bestimmt seine Perspektive: In seinem Erstling "Hamam" ließ er ein Yuppie-Paar bei einem Istanbul-Besuch am authentischen Wesen genesen. Auch "Fate Ignoranti" lebt vor allem von der Konfrontation zweier Welten: Villa vs. Wohnküche. Von der Stadt sieht man dabei wenig. Tränen fließen im rechten Augenblick. Stoff für einen netten Knabberabend zu Hause mit zwei großartigen Hauptdarstellern: Margherita Buy und Stefano Accorsi.

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Der BR 3 - Filmtipp schrieb darüber:

Der geliebte Mann stirbt bei einem Unfall, und die Ehefrau entdeckt erst jetzt, dass er jahrelang ein Doppelleben geführt hat. Keine neue Filmidee, aber was Regisseur Ferzan Ozpetek ("Hamam – Das türkische Bad") daraus gemacht hat, überrascht auf ganzer Linie! Auf der Suche nach der geheimnisvollen Liebschaft ihres Mannes gerät die bürgerlich gesettelte Antonia in die ihr völlig fremde Welt von Micheles bunter Gay-Kommune. Die eigentlich schwer nachvollziehbare Freundschaft zwischen Antonia und Michele entwickelt sich so langsam und behutsam, dass sie absolut glaubwürdig ist. Und nie wird die Kluft zwischen den Welten ganz überbrückbar, nie die sexuell freizügige Welt der jungen Wilden der konservativeren Antonia ganz zugänglich. Trotzdem profitieren beide Seiten von der zunächst schmerzlichen Begegnung mit dem Fremden. Viel verdankt dieser Film der Ausstrahlung seiner wunderbaren Hauptdarstellerin Margherita Buy, die zurückhaltend, mit zarten Blicken und Gesten das Seelenleben einer vom Leben und der Liebe verwundeten Frau offen legt.
Man könnte ihr und diesem Film stundenlang zusehen!

Walli Müller