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••• PRESSE: BIELEFELDER STADTBLATT (HEIKO HILLEBRAND)
Interview Trans-Gender-Gruppe Bielefeld, Pia und Andrea

Pia aus Bielefeld

(16.04.2001)
StadtBlatt:
Was ist die Zielgruppe von Transgender, an wen richtet Ihr Euch?

Pia:
Die Gruppe setzt sich zusammen aus Transvestiten, Transsexuellen, Drag-Queens, Cross-Dressern und aus ganz "normalen" Leuten, die Interesse am Thema haben. Aber natürlich auch Partner und Bekannte dieser Leute. Transgender ist ein Oberbegriff. Darunter fallen all die Menschen, die ihre angeborene Identität nicht unbedingt als bindend verstehen. Wenn man geboren wird als Männlein oder Weiblein, dann bleibt man das sein Leben lang. Transvestiten sind nun Männer, die sich Frauenklamotten anziehen. Sie sind eher unauffällig. Wenn sie über die Straße gehen, erkennt man sie normalerweise nicht. Man weiß nicht, ob das ein Männlein oder ein Weiblein ist. Wenn aber eine Drag Queen tagsüber über die Straßen gehen würden, dann würdest Du das sofort erkennen, weil das eine völlige Überzeichnung einer Frau ist.

Andrea:
…es fällt an der extravaganten Kleidung auf. Etwas Besonderes jedenfalls, eine Extravaganz. Glamour, das trifft es dann ganz schön. Lack-Klamotten, Strass-Colliers am Hals, Ohrschmuck, Diademe, 'ne hochgesteckte Frisur...

StadtBlatt:
Tansvestiten sind also nicht ganz so "extrem" wie Drag Queens. Es scheint aber einen klaren Unterschied zu geben zu Transsexuellen...

Pia:
Transsexuelle Personen – also von Mann zu Frau und von Frau zu Mann – die spielen nicht mehr mit ihren Rollen. Zum Beispiel ein Mann, der eine Frau werden möchte werde, möchte definitiv eine Frau werden. Dieses Hin und Her zwischen den einzelnen Rollen, zwischen den einzelnen Identitäten ist dann nicht mehr gegeben. Das ausschlaggebende Moment bei Transvestiten ist ja eben dieser Rollenwechsel: dieses 'immer-wieder-zurück-Können' in die männliche Rolle. Das ist bei Transsexuellen ausgeschlossen. Wenn die z.B. Hormone nehmen bzw. eine geschlechtsumwandelnde Operation über sich ergehen lassen, dann sind sie qua Gesetz Frau und können nicht mehr zurück. Und da hängen dann natürlich ganz andere psychische Hintergründe dahinter.

StadtBlatt:
Kommen wir zu Euch Beiden. Wenn Ihr mit den gerade besprochenen Kategorien etwas anfangen könnt, als was versteht Ihr Euch dann?

Pia:
Ich kann mich als Drag Queen einordnen.

Andrea:
Ich würd' mich auch eher in Richtung Drag Queen sehen. Das hat was mit Rollen, oft historischen Rollen zu tun. Ich finde es unheimlich spannend, Herrscherpersönlichkeiten zu spielen, so aus dem Bereich Adel: Königinnen, Kaiserinnen; Sissi, Elisabeth I oder Filmfiguren aus Titanic. Es macht mir Spaß, sowas 'mal nachzuspielen. Es geht auch Richtung Glamour, wenn man sich den Schmuck anguckt. Also ich trage überwiegend gern Strass-Colliers, große mit farbigen Steinen, oder auch reinen Strass. Das kennt man ja aus dem Fernsehbereich, man sieht Drag Queens ja auch oft in Shows, z.B. in Köln. Und das ist vielleicht etwas, das man später mal erreichen will. Man muß natürlich auch die Mittel dafür haben. Es kostet halt ziemlich was, das kaufen zu können. Teilweise tausende von Marken, je nachdem woraus das Kostüm gemacht ist: Pailletten, Strass, Federn, das ist alles nicht so ganz billig.

StadtBlatt:
Bleibt das im spielerischen Hobby-, also im reinen Interessenbereich?

Andrea:
Es ist schon ganz reizvoll, Menschen zu sehen, die im Moment gar nicht wissen, ob man ein Mann oder eine Frau ist. Das hängt allerdings von der Stimmung ab. Wenn man sich absolut super fühlt, und möchte ein Stück tiefer gehen, dann fällt der Fummel wahrscheinlich üppiger und prächtiger aus. Wenn es nur angedeutet werden soll und relativ authentisch wirken soll, dann greift man eher zu einem schlichteren Outfit. Ab und zu mache ich Auftritte als Zarah Leander. Dann soll das natürlich echt wirken. Es soll dann schon etwas Frauliches 'rüberkommen – nicht so die völlig aufgepoppte Drag Queen.

StadtBlatt:
Wenn ich Euch mit den klassischen Kategorien von 'Mann' und 'Frau' kommen darf – als was fühlt Ihr Euch da?

Pia:
Also, ich kann das klar beantworten; ich fühle mich als Mann.

Andrea.
Das ist bei mir genauso.

StadtBlatt:
Ändert sich das, wenn Ihr Eure spielerische Umwandlung hinter Euch habt? Wenn man Euch dann ansprechen würde, liefe da dann etwas anderes ab im Kopf?

Pia:
Bei mir bleibt es im Prinzip bei meiner Identität. Das ist ja, wie gesagt, auch der Unterschied zu Transsexuellen. Ich wechsle die Identität nicht mit allen Merkmalen, die dazugehören. Ich hab dann zwar 'n anderen Namen, aber Gestik und Mimik einer Frau? Das ist nicht so bei mir.

StadtBlatt:
...wobei Du allerdings als Mann nicht zu erkennen bist...

Pia:
Das ist schon wahr. Es geht natürlich in diese Richtung der völlig überzogenen Selbstdarstellung. Aber das soll auch genauso sein. Denn es bedeutet gleichzeitig auch Freiräume. Also, wenn Du eine völlig überzogene Selbstdarstellung machst, dann kann es durchaus passieren, dass Du Dich ganz anders bewegst. Nicht nach dem Motto: 'ich geh' jetzt anders', sondern Du kannst Dich anders bewegen, weil die Räume, in denen Du Dich bewegst, völlig anders sind. Leute sind erst mal abwartend und kommen nicht unbedingt auf Dich zu, und Du nimmst eher den aktiven Part ein. Das ist das, was mir persönlich so viel Spaß daran macht. Das kommt natürlich nicht von heute auf morgen. Man kann halt noch nicht einfach sagen: 'okay, ich fummele mich jetzt an, und dann gehe ich raus und gebe mich so, wie ich das möchte.

StadtBlatt:
Ist das "Anfummeln" bei Euch Beiden ein Wunsch nach mehr Freiraum oder doch eher der Wunsch, Teilapekte einer "weiblichen Identität" zu übernehmen?

Pia:
Teilaspekte der weiblichen Aspekt! Was machen denn Teilaspekte der weiblichen Identität aus?! Das kann ich nicht unbedingt beantworten, Du wahrscheinlich auch nicht, oder?

Andrea:
Es ist eben abhängig von der Konstruktion der Geschlechterverhältnisse. Stichwort Dekonstruktion: es gibt im Bereich Transgender noch eine andere Richtung, die aber eher von den Frauen ausgeht. In einem feministischen Verständnis wird von Begriffen "Männer- oder Frauenrolle" so überhaupt nicht mehr gesprochen. Aber da müsste man von der Frauenseite vielleicht auch 'mal gucken, was das Anliegen ist...

StadtBlatt:
...also bei den Frauen doch stärker das Anliegen zu zeigen, dass so etwas wie Weiblichkeit und Männlichkeit gesellschaftlich konstruiert ist und keine natürliche Substanz dahinter steckt. Wie steht es bei Euch mit politischer Emanzipation?

Andrea:
...also man will schon an die Öffentlichkeit und etwas verändern, auch Fragen aufwerfen. Auch ein Stück Provokation soll dabei sein. Es liegt bei jedem selbst, wie er denn leben will, und was er damit erreichen will. Da wird jeder sicherlich andere Ziele und andere Abstufungen haben.

StadtBlatt:
Ich seh' schon, es fällt nicht schwer zu kapieren, dass es sich bei Transgender um ein sehr weites Feld handelt. Zurück zu Euch persönlich: wer weiß von Euren Spielereien? Sind die geheim?

Pia:
Nee! Bei mir sind sie nicht geheim. Meine Frau weiß das, meine Freunde und Bekannte wissen es. Mein Arbeitgeber weiss es...glaub' ich nicht, obwohl ich mir da nicht so sicher bin. Aber wenn, dann wäre es auch okay. Es sei denn, er würde mir mit irgendwelchen negativen Sanktionen kommen. Das kann er aber gar nicht, denn da sind noch andere Sachen davor, wie z.B. Kündigungsschutz. Transvestismus ist kein Grund, jemanden zu entlassen - definitiv nicht.

Andrea:
Bei mir ist das auch so. Meine Freunde, Bekannte, meine Eltern, auch meine Großeltern wissen das. Meine Großmutter ist ein ganz nettes Beispiel. Als ich 'mal schnell ein Kleid brauchte und da nicht zu Rande kam, hab' ich zu ihr gesagt, Du, ich krieg das nicht gebacken. Da meinte sie: 'gib' mal her', und da hat sie mir halt 'n Rock zusammengenäht und irgendwie entsprechend Sachen geändert. Meine Mutter macht das ähnlich. Ich habe ja vor einiger Zeit den Drag Queen-Contest auf der multisexuellen Party im AJZ gewonnen, und da brauchte ich vorher so ein paar Anregungen. Da hatte meine Mutter einfach die nötigen Fachkenntnisse, was den Gewandkram angeht. Es wird halt akzeptiert, und wer es nicht akzeptiert...da ist es dann auch okay, das ist halt die freie Meinung. Übrigens: Provokation darf ruhig auch ein stückweit dabei sein.

StadtBlatt:
Es scheint also keine richtigen Probleme zu geben: diejenigen, die Euch wichtig sind, kennen es, akzeptieren es, und wer es nicht akzeptiert, ist nicht mehr wichtig, ist außerhalb des Freundeskreises.

Pia:
Wir sind, glaub' ich, in einer ziemlich privilegierten Situation. Bei den meisten ist die Situation eine völlig andere: manche sind verheiratet, und die Ehefrauen wissen es nicht. Oder wenn es die Ehefrauen wissen, dann läuft das nur in den eigenen vier Wänden ab, und Freunde und Bekannte wissen nichts davon. Da steckt natürlich große Angst dahinter, rauszugehen und entdeckt zu werden. Entdecktwerden verbinden viele Leute gleichzeitig damit, sozial diskriminiert zu werden. Sie glauben, sie verlieren Freunde und Bekannte, weil die dann sagen: 'bist Du pervers?", oder: "biste schwul?"

Stadtblatt: Gutes Stichwort: sexuelle Orientierung. Könnt Ihr mit den Kategorien 'homosexuell' oder 'heterosexuell' noch 'was anfangen? Wenn ja: als was empfindet Ihr Euch?

Andrea:
Es gibt einen Unterschied zwischen sexueller/geschlechtlicher Identität und sexueller Ausrichtung. Das ist völlig verschieden. Homosexuell, heterosexuell, bisexuell, auch transsexuell, das ist dann relativ egal...

Frage: ...also ganz klar: auch bei Transvestiten gibt es Homosexuelle und Heterosexuelle...

Pia:
Knapp 85 Prozent der Transvestiten sind heterosexuell; ca. 5 bis 7 Prozent sind homosexuell. Das ist völlig anders, als die veröffentlichte Meinung das immer darstellt.

Frage:
Aha! Wenn Ihr Euch nun als Drag Queens verkleidet, dann könnt Ihr auf einer Party ja durchaus von einem heterosexuellen Mann angesprochen, angemacht werden. Entfernt Ihr Euch dann, oder spielt Ihr da mit?

Pia:
Das kommt immer auf die Stimmung an. Wenn ich mich "anfummele", dann ist das immer noch ein relativ sensibles Konstrukt - obwohl ich natürlich schon eine ganze Menge dazugelernt habe über all die Jahre. Wenn ich mich gut fühle und rausgehe, und ein Typ kommt auf mich zu, der irgendwie neugierig ist und mehr über uns wissen will...

Frage:
...als "Mensch" quasi...?

Pia:
...ja! Dann ist mir das recht, weil ich natürlich auch 'was transportieren will. Wenn es aber in die Richtung geht, 'lass mich 'mal kurz an Deinen Arsch fassen', d.h. Du bist nur für Sex da, dann kriegt der relativ schnell was auf die Pfoten. So reduzieren lasse ich mich nicht.

Frage:
Also, wenn Weiblichkeit, dann aufgeklärte, emanzipierte Weiblichkeit...?

Pia:
Ja! Definitiv nicht als Sexobjekt!

Andrea:
...wobei das viele Männer auch verwechseln. Nur weil man Stöckelschuhe trägt und Netzstrümpfe, fühlen sich manche heterosexuell fixierte Männer berufen; nach dem Motto: die bietet sich schon an, da könnte man das jetzt auch machen.

Pia:
Da liegt dann ein völlig verqueres Weltbild vor. Ich gehöre ja schließlich auch zu dieser Kategorie Mann, und so was fällt auf meine Spezies zurück. Ich denke dann: Verdammt noch mal! Woher nehmt Ihr Euch das Recht, eine Person so auf das Äußere zu reduzieren? Ich stehe dann da nicht mehr als Person mit einer eigenen Identität dar, sondern nur noch als Sexobjekt, und dagegen wehre ich mich ganz massiv, weil das nicht meine Intention ist.

Frage:
Was ist mit Deiner Frau, Pia?

Pia:
Ich bin jetzt knapp 10 Jahre mit ihr zusammen. Vor ca. 4 Jahren habe ich es ihr gesagt, beziehungsweise sie hat mich zuhause beim Anfummeln erwischt, wie das denn meistens so ist. Es war aber okay. Es war mehr so ein 'ich lass mich jetzt erwischen'. Denn wenn sie mich nicht erwischt hätte, hätte ich es eh gesagt, weil ich es damals psychisch nicht mehr ausgehalten habe. Ich mach das seit meiner Pubertät. Und ein Viertelhundert habe ich das nur für mich allein gemacht. Irgendwann muss man sich dann einfach 'mal den Mut fassen, es einer nahestehenden Person zu sagen.

Frage:
Wie hat sie darauf reagiert?

Pia:
Die Reaktion hat mich völlig verblüfft. Sie hat gesagt, es ist okay, mach' ruhig weiter, ich unterstütze Dich dabei. Es war natürlich keine Sache, die innerhalb von 14 Tagen okay war, sondern das war über ein halbes, dreiviertel Jahr eine ständige Auseinandersetzung. Sie musste mich von einer ganz anderen Seite kennen lernen. Sie musste das erst mal einordnen: Was passiert da eigentlich mit meinem Mann, aber auch: was passiert eigentlich mit mir? Es scheint da etwas Neues geboren zu sein, und jetzt wollen wir 'mal sehen, wie man damit umgeht.

Frage:
Triffst Du Deine Frau, wenn Du angefummelt bist oder versucht Ihr das zu vermeiden? Kommt Deine Frau eventuell sogar mit zu den Treffen?

Pia:
Na klar! Sie kommt mit, sie geht mit mir einkaufen, sie macht für mich meine Kleider, sie macht meine Perücken, sie macht für mich eigentlich ziemlich viel. Sie toleriert und akzeptiert es nicht nur, sondern sie hat es verinnerlicht.

Frage:
Macht sie selbst auch was in der Richtung? Sie trifft ja schließlich auf einen komplett anderen Menschen..

Pia:
... nur vom Äußeren, nicht vom Inneren.

Frage:
Aber je nach Laune, hast Du ja gesagt, kannst Du auch anders drauf sein...

Pia:
Da ich ziemlich erfahren in meiner Rolle als Mann, kann ich schon ziemlich gut damit umgehen, wenn ich mal nicht so gut drauf bin. Schwieriger ist es bei meiner Rolle der überzeichneten Frau - obwohl sich das auch immer mehr abschwächt. Je mehr ich mit meiner Frau und meinen Freunden rausgehe, mich also an die Öffentlichkeit wende, desto mehr Erfahrungen "als Frau" bekomme ich. Und die kann ich in bestimmten Situationen wieder abrufen.

Frage:
...sicherer zu werden als ...Drag Queen? Als Spieler zwischen den Geschlechtern...?

Pia:
...ja, als jemand, der eine Rolle für ein paar Stunden einnimmt, die gesellschaftlich nicht legitimiert ist. Es gibt in der Gesellschaft ja nur Mann oder Frau, punkt-um fertig.

Frage:
Wie ist mit Deinem persönlichen Umfeld, Andrea?

Andrea:
Ich bin schwul und hab daher das Problem mit einer Frau nicht. Von der Schwulenrezeption her ist es nun so, dass ein schwuler Mann prinzipiell 'n schwulen Mann und keine wie auch immer aussehende Frau sucht. Also zielgruppenmäßig wäre z.B. 'ne Schwulenkneipe definitiv der falsche Ort für mich als Drag Queen. Darum gehe ich angefummelt zwar auf Schwulenparties, aber mit der Intention, ein problemfreies Erstkennenlernen durchzuführen, ist das natürlich zum Scheitern verurteilt. Anders 'rum, wenn eine Frau als Mann rumläuft, also mit Hosen oder Anzug, dann finden das viele Männer sogar schick. Das fällt nur auf, wenn es ein Mann macht! Das hängt mit dem patriarchalen Männerbild zusammen und der gesellschaftlich so konstruierten Situation. Wenn ich aber einen Mann kennen lernen würde, wo ich denke, da könnte was draus werden, dann würde ich das nicht geheim halten. Meine Fummel hängen sowieso offen in der Wohnung herum. Das allgemeine Denken ist halt so, dass ein Mann, der sich als Frau aufmacht, auch einen Mann sucht, daher das landläufige Vorurteil, dass wir auch schwul sein müssten.

Stadtblatt:
Im Film "The Crying Gase" bleibt ein Mann, der seine Geliebte als Mann outet, dennoch von ihr – auch leidenschaftlich - angezogen...kniffliger Bereich, was?
Aber noch mal zurück zu Euren Motivationen: warum habt Ihr Euch das erste Mal angefummelt, gibt es ein Bedürfnis, das Ihr spürt, wenn Ihr das länger nicht gemacht habt. Wie würdet Ihr das Bedürfnis beschreiben?

Pia:
Ich habe mir 'mal vor Jahren immer die gleiche Frage gestellt: Warum mache ich das eigentlich? Und ganz ehrlich: ich bin auf keine für mich befriedigende Antwort gekommen. Nach Freud könnte man vielleicht sagen, der hat einen Ödipus-Komplex. Das würde ich aber 'mal außen vorlassen. Ich denke, irgendwann ist jeder 'mal für sich selbst verantwortlich; man kann nicht sagen, vor dreißig Jahren oder so da ist das und das passiert und deshalb musste das und das jetzt eintreten. Das halte ich für Schwachsinn. Ein anderer theoretischer Ansatz sagt: Minderwertigkeitskomplexe spielen eine relativ große Rolle. Als Mann hast Du evtl. nicht unbedingt so das große Selbstwertgefühl. Von daher hüpfst Du in die weibliche Rolle, um daraus Dein Selbstwertgefühl herauszunehmen. Das finde ich auch ziemlich abstrus. Ich habe aufgehört, mir diese Fragen zu stellen. Für mich ist es jetzt einfach etwas Entspannendes. Ich brauche ja manchmal drei bis vier Stunden, um mich anzufummeln. Ich ziehe mich dann zurück aus meiner Rolle, die ich tagtäglich habe: privat, aber wesentlicher: aus dem Arbeitsbereich, wo ich ziemlich stark beansprucht werde. Ich kann dann in eine Welt eintauchen, die nicht unbedingt behaftet ist mit Vorurteilen, Erwartungen....

Andrea:
Sicherheit ist bei mir wichtig. Angefummelt hat man selbst noch den klaren Blick auf Leute, aber andere können einen nicht unbedingt erkennen. Wenn ich jemanden sehe, den ich sonst gut kenne, der auf mich aber ganz anders reagiert, dann frage ich mich: hat er mich jetzt nicht erkannt, oder kommt er mit der Situation jetzt nicht zurecht? Wie auch immer, ich habe dann die Sicherheit, mich so zu geben, wie ich möchte. Zum anderen ist der Show-Aspekt wichtig. Ich mache Theater, hatte eine kleine Rolle bei Frank und Stein, zwischendurch als Marilyn Monroe oder Charlie Chaplin. Ich versuche dann in die andere Person, in die man hineinschlüpft, voll auszufüllen, diese Person möglichst echt "zu sein".

Frage:
Siehst Du einen Unterschied zwischen Schauspielerei auf der Bühne und dem Drag Queen Dasein?

Andrea:
Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht...Es ist oft einfach Wochenende, es ist Party und ich frage mich: gehe ich so, wie ich bin, oder mache ich was Besonderes? Gehe ich allein oder nicht, fahre ich mit dem Bus in die Stadt oder nicht? Gerade später am Abend weiß man nämlich nicht, was so alles passieren kann. Eine überzeichnete Frau wirkt oft einladend für Übergriffe, vor allen Dingen, wenn man auf eine gewisse Radikalität stößt. Wenn man mit mehreren Leuten losgeht, ist man einfach ein wenig entspannter beim Klönen; man kann einfach gut drauf sein. Allein steht man immer unter dem Druck aufzupassen, nicht in bestimmte Stadtteile zu gehen, oder was man sonst so alles an Gedanken im Kopf hat...

Stadtblatt:
Ihr seid ja nun in der Transgender Gruppe auch mit Transsexuellen zusammen, die sich also entweder durch Hormone oder durch Operation auch "biologisch" zwischen den Geschlechtern befinden. Wie ist Euer Verhältnis zu denen?

Pia:
Das Ganze ist sehr komplex. Unsere Intention ist es auf jeden Fall, auch Transsexuelle mit reinzuholen. In Bielefeld gab es lange Zeit keine Foren, wo sich Transsexuelle hätten treffen können. Wenn die Gruppe offen sein soll für alle, die sich für das Thema interessieren, dann muss das auch so sein. Es geht grundsätzlich darum, sich auszutauschen. Was machen die einzelnen Leute beruflich, was machen sie sonst so? Transsexualität ist schon auch Thema, aber tiefgehend kann das in unserer Gruppe nicht behandelt werden. Ich denke 'mal, dass müssten die entsprechenden Leute unter sich abklären. Wir sind eine Anlaufstelle, aber wie Leute mit ihrem speziellen Themenbereich dann weiter inhaltlich umgehen, das müssen die im Prinzip selber wissen.

Andrea:
Das sehe ich auch so. Transsexuelle sind herzlich willkommen bei uns. Wir sind nun aber nicht als Selbsthilfegruppe konzipiert, sondern eben als Interessengemeinschaft. Daher gehen unsere Treffen in der Öffentlichkeit auch ein Stückchen über den intimen Selbsthilfegruppencharakter hinaus. Die Treffen finden ja auch öffentlich in Schäfers Cafe in der Kunsthalle statt.

Stadtblatt:
Wäre es denn wünschenswert, wenn es in Bielefeld spezifische Angebote für Transsexuelle gäbe?

Pia:
Es gibt bei uns einen Minimalkonsens: Wir sind Leute mit "abweichendem Verhalten", also im Prinzip eine Minderheit. Es ist nicht sinnvoll, wenn sich eine Minderheit noch mal als Minderheit organisiert, gerade wenn man etwas erreichen will. Wir wollen z.B., dass diese Personen nicht mehr so diskriminiert werden. Wir halten es für besser, ein Forum für Transgender-Leute zu schaffen - egal welcher Unter-Orientierung. Hier kann man ja immer noch eine weitere Gruppe gründen. Man hat aber immer wieder Wechselwirkungen mit der größeren Gruppe. Das Neu-Erlebte kann immer wieder in die größere Gruppe hineingetragen werden. Ich denke an Wechselwirkungen im Sinne gegenseitiger inhaltlicher Befruchtung. Natürlich will ich mehr über Transsexuelle wissen, genauso wie aufgeschlossene Transsexuelle mehr über das Thema Transvestismus wissen möchten. Wissenstransfer ist bei uns eine ganz wichtige Sache. Das funktioniert nicht in kleinen abgeriegelten Gruppen.

Andrea:
In einer Startphase ist [nur für Transsexuelle?] allerdings eine Selbsthilfegruppe wichtig, um psychisch klar zu kommen...

Pia:
Das können wir in unserer Gruppe nicht leisten. Wir haben da auch 'mal ziemlich negative Erfahrungen gemacht. Vor geraumer Zeit hatte ich 'mal Kontakte nach Münster. Da gibt es auch eine Transsexuellen-Selbsthilfegruppe. Die sind aber ziemlich radikal und wollen nichts mit Transvestiten zu tun haben. Das ist aber auch deren Grundproblem. Die bekommen überhaupt keinen neuen Input, weil sie nur in ihrem eigenen Brei herumrühren. Ich denke, Minderheiten können es sich gar nicht leisten, andere Minderheiten auszugrenzen.

Stadtblatt: Gibt es zentrale politische Forderungen - neben der Forderung, nicht länger diskriminiert zu werden?

Pia:
Haben wir konkrete politische Forderungen?

Andrea:
Vielleicht nicht gerade politische Forderungen, eher gesamtgesellschaftliche Forderungen: Toleranz, Akzeptanz als Schlagworte – so floskelhaft das klingt! Wenn jeder den anderen so achten würde, wie er ist, dann wäre das überhaupt kein Problem in unserer Gesellschaft.

Pia:
Es geht mir um Aufklärung. Guck' dir die Berichte im Fernsehen an, quasi die veröffentlichte Meinung. Als ich letzte Woche krank war, habe ich mich 'mal durch die Programme durchgezappt. Da laufen irgendwelche Berichte über Transvestiten, Drag Queens, etc. Tenor dieser Sendungen ist, dass das Leute sind, die nicht ganz dicht sind. Außerdem sind die sowieso grundsätzlich schwul, und beim Stichwort Lebensunterhalt machen die entweder Shows oder sie prostituieren sich. Das ist, was die veröffentlichte Meinung so rüberbringt über die Zielgruppe, die wir ansprechen. Das ist aber schlichtweg falsch! Die meisten, die ich auch aus Köln oder Berlin kennen gelernt habe, sind ganz normale Existenzen, die verdienen ganz normal ihr Geld. Sie ziehen sich halt nur hin und wieder mal 'n Fummel an. Sie müssen sich nicht prostituieren, um an Knete ranzukommen und müssen auch nicht permanent mit dem Arsch wackeln, um auf sich aufmerksam zu machen. Für mich ist es ein politisches Ziel, dass das so in der Berichterstattung nicht mehr rüberkommt. Dass man bitte schön ein bisschen mehr in die Tiefe guckt und fragt, was sind denn das überhaupt für Leute. Das läuft im Fernsehen doch oft nach dem Motto: setzen wir 'mal ne geile Transe da hin, und dann haben wir eine Einschaltquote von was weiß ich wie viel...das kann es nicht sein, das ist es auch nicht...

Frage:
Die Existenz 'dahinter', d.h. die bürgerliche Existenz wird also voll akzeptiert...

Andrea:
Natürlich gibt es auch Leute, die dem Vorurteil entsprechen, sich prostituieren und nur Shows machen....

Pia:
Aber die absolute Mehrheit sind sehr verantwortungsvolle Leute, und das kommt so in der Berichterstattung oft nicht rüber. Wenn Leute ohne Vorabinformation solche Berichte sehen, dann bleibt ein falsches Bild hängen. Und wir haben damit zu tun, das dann wieder gerade zu rücken.

Frage:
Wie schätzt Ihr Transvestismus als 'Einstieg' in den Transsexualismus ein?

Pia:
Ich kann Dir ein Gegenbeispiel geben: Wenn Du hin und wieder 'mal 'n Joint rauchst, ziehst Du Dir dann übermorgen "H" in die Birne?! Es ist erwiesen, dass es so nicht ist. Leute, die transsexuell sind, wissen das und zwar spätestens, wenn sie in psychologische Beratung gehen. Über die Jahre habe ich das anders noch nicht mitbekommen.

Frage:
Zumindest bei denjenigen, die dauerhaft diesen "Wechsel" vollziehen, kann man also nicht sagen, dass man als Transvestit einsteigt und dann zum Transsexualismus überwechselt...

Andrea:
In der Praxis ist es natürlich so, dass Transsexuelle sich schon 'mal einen Fummel angezogen haben werden, um herauszufinden, wie sich das anfühlt, Frau zu sein?

Pia:
Das musst Du ja sowieso laut Transsexuellengesetz: Du musst 2 Jahre lang als Frau leben, Dir also Frauenklamotten anziehen, bevor Du Dich umoperieren lassen kannst.

Andrea:
Im Grunde ist dann klar, dass diese Personen später als Frau leben wollen. Im Gegensatz zu uns, die halt immer wieder zur männlichen Rolle zurückkehren wollen. Trotzdem kann man das alles unter den Begriff Transgender fassen. Ich stelle mir das vor wie eine Zeitung mit dem Titel Transgender, in der es verschiedene Rubriken gibt.

Frage:
Um es noch einmal deutlich zu sagen: ein ausschlaggebendes Kriterium bei Euch beiden ist es, dass Ihr mit den Identitäten "nur" spielt...

Andrea:
Um ein breiteres Meinungsbild zu bekommen, müsste man einfach 'mal die Transsexuellen bei uns in der Gruppe befragen...

Frage:
Die Frage: würdet Ihr Euch gern öfter anfummeln, als Ihr es schon macht, ist wahrscheinlich genauso bescheuert wie: würdet Ihr gern öfter in Urlaub fahren?

Andrea:
Das ist wie ein Hobby, wie eine Lust, die man so hat...

Pia (evtl. nach oben):
(um Klärung bemüht). Also für mich ist das für meine Psyche extrem wichtig. Ich habe mittlerweile die Möglichkeit, es genau dann zu machen, wenn meine Psyche danach verlangt. Ich stelle mich dann zuhause vor meinen Spiegel und schlüpfe in eine andere Rolle. Deshalb glaube ich, dass ich ziemlich privilegiert bin. Viele Leute können das so nicht ausleben. Und wenn Du etwas so nicht ausleben kannst, weil Du Angst vor Dir selber hast, oder weil Du denkst, Du würdest sozial diskriminiert, dann hast Du bestimmt irgendwann später mit Folgeschäden zu tun. Da bin ich mir ganz sicher. Wenn man das nicht ausleben kann, ist man wahrscheinlich auch nicht so leistungsfähig bei der Arbeit. Wenn Du irgendetwas nicht machen kannst, macht sich das in allen Bereichen bemerkbar.

Frage
Glaubt Ihr, dass alle anderen Menschen das nur unterdrücken?

Pia:
Es gibt Statistiken darüber, dass in Deutschland circa zwei Millionen Männer gern 'mal in eine Frauenrolle schlüpfen würden – und zwar nicht nur während des Karnevals.

Frage:
...wieviele Frauen wollen das denn - anders herum gefragt?


Andrea:
Die Zahlen kenne ich nicht. Aber noch mal grundsätlich: Der Grundstein wird ja in der Kindheit gelegt. Wer hat als Kind nicht 'mal ein Kleid angezogen....Viele meiner Freunde wollten mit Puppen spielen. Das war so ein Grundbedürfnis, dass sie nicht mit Autos spielen wollten, sondern mit Puppen. Meine Schwester hat ein Puppenhaus, das finde ich viel interessanter als meine Autos. Auch das typisch Machomäßige fängt ganz früh an, dass ein Junge nicht weint - aber warum nicht? Vielleicht ist sich da später keiner mehr drüber im Klaren.

Pia:
Es würde vielen Männern sehr gut tun, teilweise in eine Frauenrolle zu schlüpfen. Einfach 'mal mitzubekommen, wie denn die Umwelt auf sie als Frau reagiert - insbesondere die männlichen Geschlechtsgenossen. Ein Gefühl dafür zu bekommen, womit Frauen häufig zu tun haben, wenn sie z.B. abends allein durch die Straßen ziehen. Was da teilweise für Ängste mitgehen! Was kann jetzt passieren? Oder in anderem Zusammenhang: wenn Dir ein Typ an den Hintern packt, was für gewisse Männer ziemlich normal ist. Das 'mal zu drehen, und sich den Spiegel vorzuhalten, würde wohl dem Verständnis von Mann und Frau ziemlich gut tun. Von daher finde ich, dass es noch mehr Männer machen sollten.

Frage:
Wie ist das Verhältnis von Männern und Frauen in Eurer Gruppe?

Andrea:
Die Angehörigen, die Partnerinnen kommen natürlich hinzu...Aber ich habe auch eine Freundin, die ein männliches Pseudonym hat. Die sagt, wenn sie sich unsicher fühlt, greift sie oft zu einer Männerrolle, zu Anzug oder so. Wenn die Sicherheit dann wieder größer ist, fällt sie auch gern in ihre Frauenrolle zurück mit allem Drum und dran, auch mit der Absicht, das andere Geschlecht zu reizen. Es geht also auch darum, wie möchte ich auf mein Gegenüber wirken?
Die feministische Sicht auf Transgender hat eine völlig andere Schwerpunktsetzung. Wir haben 'mal Frauen getroffen, die sagten, was wir machten, das wäre doch gar nicht Transgender, das wär' nichts anderes als ein Transen-Stammtisch. Sie haben sich ziemlich echauffiert, weil sie vielmehr an der Dekonstruktion von Geschlechterverhältnissen interessiert waren.

Frage: Wie war ihr Vorwurf an Euch?

Andrea:
Nach ihrer Ansicht gibt es diese Rollen Mann und Frau gar nicht. Die sind nur gesellschaftlich konstruiert....

Frage: ...wobei Ihr das doch gerade aufdeckt....

Andrea:
Ich habe denen auch gesagt: Ihr könnt ja 'mal bei uns vorbeischauen und in der Gruppe Eure Position darlegen. Kommt vorbei, damit wir Euch besser verstehen. Eine radikal feministische Sicht auf Dinge ist in unserer Gesellschaft ja auch in einer Minderheitenposition. Die Einladung wurde aber nicht angenommen, weil sie dachten, unsere unvoreingenommene Sicht der Dinge, das ginge einfach nicht...Da fängt es dann schon an, wenn ich als Mann rumlaufe und in Stöckelschuhen, mit Strumpfhose und Bein zeige. Das ist Öl auf's Feuer bei einer Frau, die sagt, das allein sei schon Diskriminierung einer Frau.

Frage: Ihr nehmt natürlich schon in Kauf, zumindest kurzzeitig ein Objekt der Begierde für einen Mann zu sein?

Andrea:
Das steht nicht im Vordergrund. Es geht darum, wie ICH mich fühle.

Pia:
Wie Leute denken, da kann ich nichts dagegen machen. Was ICH will, das steht im Vordergrund, alles andere ist sekundär.

Frage: Aber meine Frage ging dahin, woran sich feministische Aktivistinnen stoßen könnten bei Euren Aktionen...

Pia:
Da kommt man in die Diskussion rein: 'alle Frauen, die sich Stöckelschuhe anziehen, können nicht richtig gehen. Männer forcieren das, denn ihnen gefällt ja die Beschützerrolle. Ich empfinde das nicht so. Natürlich bin ich in Pömps ein wenig gehandicapt, aber das nehme ich gerne auf mich. Es ist aber nicht so, dass ich mich irgendwo anlehnen müsste. Ich kann für mich selbst entscheiden, ob ich das will oder nicht. Natürlich muss ich ein wenig aufpassen, aber...Ich sehe das nicht so radikal feministisch. Das schafft nur noch mehr Probleme. Ich bin mehr dafür, Probleme zu lösen. An jedem Verhalten kannst Du irgendwie rummäkeln und sagen: Das schadet der Frau als Wesen (seufz.)

Andrea:
Die Frage ist ja auch, was spannender ist. Wenn ich mir einen Anzug anziehe und mir 'ne Perücke aufsetze, ist das nicht so spannend wie wenn ich mir ein Kleid anziehe und mich richtig anfummele. Damit verlasse ich die Geschlechterrolle noch mehr.

Pia:
Es geht auch darum, was gewollt wird. Soll es um Vielfalt oder um Uniformität gehen? Das letzte kann es überhaupt nicht sein. Und das kannst Du mit Kleidung schon transportieren.

Frage:
Ihr meint also, dass Ihr Respekt gegenüber dem anderen Geschlecht ausdrückt.

Pia:
Klar. Wenn ich mich umziehe, akzeptiere ich die Frau. Ich mache eine Frau nicht lächerlich. Ich hebe mich heraus. Da kann eigentlich keine normale Frau was gegen einzuwenden haben. Ich unterstütze meines Erachtens einen Prozess, dass Diskriminierung von Frauen aufgehoben wird.

Andrea:
Es könnte sich ja jeder Mann mal Stöckelschuhe anziehen und gucken, was passiert mit mir im Kopf und was fühle ich gerade. Es wird bestimmt Unsicherheiten geben. Man wird sich selbst ein stückweit in Frage stellen und sich vielleicht ein wenig neu orientieren. Auch ein Stück Spannung ist dabei, wie wirke ich auf andere, eine Prise Erotik, eine Mischung von allem.

Frage: Es ist auf jeden Fall ein pragmatischer Schritt in Richtung Verständigung , anders als der radikal-dekonstruktivistische Ansatz feministischer Transgender-Leute...

Pia:
Das hoffen wir! Klamotten sind auch für uns eigentlich nur ein Hilfsmittel.