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KUNST


Martina Minette Dreier


Seit zweieinhalb Jahren arbeitet die Berliner Malerin Martina Minette Dreier an dem Projekt "doing gender". Sie porträtierte dafür Menschen, denen die bipolare Geschlechterwelt zu eng ist. Eine Dokumentation darüber wurde von elledorado gefördert.

Jetzt wird die inzwischen aus 26 Bildern (und etwa 300 Skizzen) bestehende Serie zum ersten Mal komplett in Berlin gezeigt. Zu den Modellen gehören unter anderem Ades Zabbel, Antonio Caputo, Daphne de Baakel, Fronck de Sáster und Kris Ko von den Kingz of Berlin.

"(...)Gemalt zu werden ist – im besten Fall - wie ein langes, gutes Gespräch. Gemalt zu werden ist kein Überfall, nicht zu vergleichen mit einem schnell gemachten Foto. Wir alle haben eine Fotoblick. Das ist der Blick, den wir aufsetzen, wenn wir in den Spiegel schauen. Dieser Blick fällt einem auch zuerst ein, wenn man gemalt wird. Aber es ist unmöglich, einen aufgesetzten Blick, sei er auch noch so schnell parat und lange geprobt, über Stunden durchzuhalten. Unvermeidlich fallen irgendwann Maskierungen und Polituren von einem ab.

Hier nun beginnt es für die Malerin spannend zu werden: Da wo die Selbst – Inszenierung flöten geht, wo Brüche sichtbar werden zwischen dem, was man sein will oder zu sein vorgibt, und dem, was man ist. Es geht ihr dabei nie darum „am Lack zu kratzen“ oder gar jemanden bloßzustellen. Sie eröffnet ihren Modellen eine Möglichkeit, sich selbst nahe zu sein, zu sich zu kommen, sich nicht durch den Spiegel der eigenen Vorurteile sehen zu müssen, sondern durch den Spiegel ihrer behutsamen, aber beharrlichen Wahrnehmung. Mathias Noack/ Auszüge aus der Rede zur Ausstellungseröffnung, Bremen, Oktober 04

www.doinggender.de






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