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Reva Maas singt klassisch


Ein Liederabend mit Schubert und Reva Maas im Künstlerhaus Bethanien
aus Tip 25/99 von Frank Busch


"Wie bei Ralf König", das ist schon fast zur stehenden Redewendung geworden, wenn man aber aus Dortmund kommt, dann glaubt man manchmal, dass es umgekehrt ist und in den Comics von Ralf König wie im richtigen Dortmunder Leben zugeht. Dort habe ich sie zum ersten Mal gesehen: Sie war die Tunte, die das "Plopp" am besten konnte, ja, ich dachte immer, Ralf König, der mit ihr bei Feten gemeinsam "Enough Is Enough" sang, hätte den Effekt bei ihr abgeguckt: Das explosionsartige Entspannen der Zehen, wenn sie aus zwei Num-mern zu kleinen Stöckelschuhen gezogen wurden. Denn natürlich trug sie die steilsten Stöckel, die blondesten Perücken und die gewagtesten Dekolletes. Manchmal, wenn das alles zufällig zusammenkam, war sie plötzlich Zarah Leander oder Marlene Dietrich, voll das Klischee und doch schräg daneben. Als ihr das Imitieren und Parodieren der Diven nicht mehr reichte, fing sie an, klassischen Gesang zu erlernen. Einem ihrer Gesangslehrer folgte sie sogar bis nach Paris. Als sie zurückkam nach Berlin, war sie Reva Maas. Das klingt wie Raver, kommt aber von dem französischen Verb "rever" was nichts anderes heißt als "träumen". Denn ihre Träume bringt sie auf die Bühne: Träume von Freundschaft und Liebe, von Wohlklang und vom schönen Lied. Dabei scheut sie nicht einmal vor Schuberts "Forelle" zurück, sie kann sich inzwischen sogar aufregen, wenn ein Tenor den "piano" notierten Tod des Fischleins "forte" ins Publikum schleudert. Damit bei so viel ernsthaftem Bemühen um die Kunst des Gesangs der schräge Witz aus alten Trümmertuntentagen nicht auf der Strecke bleibt, führt sie als ihr eigener Conferencier ins Prognmm ein. Ich bin gespannt, ob er immer noch "prall aus dem Leben"kommt.