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Christines persönlicher Bericht von der geschlechtsangleichende Operation

(11. Dezember 2008)
Operationsbericht von Christine
Im Markuskrankenhaus in Frankfurt/M.


Am 30.07.2008 erhielt ich vom Markuskrankenhaus einen Anruf, ob ich meine geschlechtsangleichende Operation vorziehen könne. Im ersten Augenblick war ich sprachlos, weil das so überraschend für mich kam. Ich gab zur Antwort, dass ich einiges umorganisieren müsse und dass ich dafür ca. 2 Stunden brauchen würde. Ich stornierte einen Urlaub, sagte ein Seminar ab und änderte div. Termine. Dann rief ich im Markuskrankenhaus an und sagte den neuen Operationstermin am 14. Aug. 2008 zu.

Am 13.08.2008 fuhren wir, meine Freundin Elke und ich, mit dem Taxi zum Markuskrankenhaus nach Frankfurt/M. Um 10:00 Uhr trafen wir dort im Aufnahmezentrum ein. Wir erhielten die Patientennummer 17. Im Warteraum sagte mir Elke, dass zurzeit Nummer 13 behandelt wurde. Anmerkung: Ich bin vollblind.

Nach ca. einer Stunde wurden wir durch die Untersuchungen, EKG, Ultraschall und Anästhesiebesprechung, geleitet. Um 15:00 Uhr gingen wir auf die Station 14 ins Zimmer 410a. Das sollte für die nächsten 15 Tage mein Domizil sein.

Ich traf dort Sara, die nur noch 2 Tage dort war. Von da an hatte ich das Zimmer für mich alleine. Das Zimmer gehört zur Privatstation von Prof. Dr. med. Sohn. Man hat das so gemacht, weil ich blind bin, um Missverständnisse und Unfälle zu vermeiden. Das Pflegepersonal war sehr zuvorkommend. Sie haben mir in jeder Hinsicht geholfen. Mit Sara habe ich eine Freundschaft Begonnen. wir stehen heute im E-Mailverkehr und telefonieren miteinander. Sara ist nicht aus Deutschland.

Um 15:00 Uhr bekam ich ein kleines Fläschchen und 4 Pillen in die Hand - das Abführmittel. Ich sollte das kleine Fläschen sofort leeren und die 4 Pillen um 19:00 Uhr schlucken. Dazu viel trinken! In der Nacht ging es dann los. Der Darm war gegen drei Uhr leer.

Am 14. Aug. wurde ich um 7:30 Uhr vom Fahrdienst abgeholt. Wir fuhren ins Erdgeschoss in den OP. Nachdem ich durch die Schleuse gereicht wurde nahm man die Operationsvorbereitungen vor. So gegen acht Uhr sank ich in den Tiefschlaf. Die Operation hat ungefähr 4 Stunden gedauert. Um 14:00 Uhr bin ich geweckt worden und wurde in mein Zimmer gefahren. Ich habe mir von der Krankenschwester die Telefonnummer meiner Wohnung wählen lassen. Elke war gleich am Apparat. Ich habe gemerkt, wie erleichtert sie war, als ich ihr sagte, dass ich wieder im Zimmer sei und dass die Operation glücklich verlaufen sei.

Viel habe ich an dem Tag nicht mehr mitbekommen. Ich bin nach dem Telefonat gleich eingeschlafen und irgendwann in der Nacht aufgewacht. Gleich stand auch schon eine Krankenschwester bei mir und fragte, ob es mir gut gehe und ob ich Schmerzmittel brauche oder etwas zum Schlafen. Ich sagte ihr, dass es mir gut gehe und dass ich sonst nichts brauche.

Es folgten 5 langweilige Tage. Ich habe für die Nacht allerdings doch Schmerzmittel gebraucht, weil mein Rücken nicht so mitspielen Wollte. Dazu muss ich sagen, dass ich nicht wie jeder Mensch 5 Lendenwirbel, sondern 6 von diesen habe. Dadurch bildet sich ein sehr starkes Holkreuz. Der Rücken wird, wenn ich mich bücke, auch nicht rund. Das verursacht einfach die Schmerzen. Am Tag darauf wurde mir nach der Visite noch ein Faden genäht.

Am fünften Tag, den 19. Aug., nach der Operation wurde ich das Erste Mal aufgelegt. Mein Bett wurde neben den gynäkologischen Stuhl gefahren. Ich krabbelte hinüber und Wartete kurze Zeit auf die Ärzte. In der Zeit wurde der Platzhalter blitzartig entfernt. Der Prof. entfernte dann noch die Fäden über der Harnröhre und so wurde ich ins Zimmer gefahren. Der Prof. teilte mir mit, dass die OP komplikationsfrei war. Den OP-Bericht habe ich mit nach hause bekommen. Elke hat ihn mir vorgelesen. Später bekam ich dann noch einen endgültigen Bericht.
Am Nachmittag wurde dann noch der Urinbeutel weggenommen. Ich sollte fortan versuchen spontan Wasser zu lassen, Bougieren und Kamillebäder zu machen. Die erste Nacht war eine Katastrophe. Ich habe einfach nicht kapiert, dass ich, wenn es nicht klappt, das Ventil zu öffnen um die Blase zu leeren. Dazu kam, dass die Diensthabende Ärztin zu erst meinte, dass das schon klappen würde und verabreichte mir ein weiteres Schmerzmittel. Gegen 3 Uhr entschied sie, dass der Urinbeutel wieder angeschlossen werden sollte, das hat die Nachtschwester gemacht. Sie hat 2,3 l Rest-Urin gemessen.

Am 20. Aug wurde ich dann besser Informiert. man machte mir Mut und sagte, dass es einfach seine Zeit dauern würde, bis ich selbständig Pipi machen könne. Vorweg gesagt, es hat 19 Tage gedauert bis es geklappt hat. Dieser Vorfall war übrigens das einzige Missverständnis. Ich bin gefragt worden, ob mir der Urin nicht zu den Ohren herausgekommen sei. Dann wurde mir gesagt, dass ich, wenn es mit dem Wasserlassen nicht so klappt, oder wenn ich mich nicht entspannen könne, dass ich dann das Ventil öffnen dürfe und den Urin ablassen könne. Ich bekam Tabletten zum besseren Wasserlassen und Voltaren als Schmerz- und Abschwellmittel. Dazu noch ein Mittel für den Magen, weil das Voltaren den Magen angreift.

Am 28. Aug. bin ich dann mit dem Zystofix zurück in meine Wohnung gefahren. Ich suchte meinen Hausarzt und einen Urologen auf, von denen ich mir die vorgeschlagenen Medikamente verschreiben lassen habe.

Am 6. Sep. lief plötzlich etwas an meinen Beinen herunter. Vor Panik rief ich Elke, damit sie mir sagen konnte, was da lief. Es war Pipi. Das haben wir mit einer Flasche Sekt gefeiert.

Am 8. Sep. wurde mir der Zystofix entfernt.

Am 15. Sep. und 23. Okt. war ich zur Nachuntersuchung.
Es ist alles in Ordnung. Jetzt gehe ich im April 2009 noch einmal ins Markuskrankenhaus und dann hoffe ich, dass alles so gut ist, dass nichts mehr gemacht werden muss.

Gruß, die glückliche Christine
© Copyright by Christine G.



 
 

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