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Pressemitteilung zur Gründung der European Professional Association for Transgender Health:

EPATH - European Professional Association for Transgender Health

(19. Februar 2014)
Hallo Ihr Lieben, wir möchten wiedermal etwas mit Euch teilen. Und zwar geht es um die Gründung der "European Professional Association for Transgender Health" (EPATH). Wir bekamen eine Pressemitteilung von der Aktion Transsexualität und Menschenrecht e.V geschrieben von Kim Schicklang adressiert an Timo Nieder, klinischer und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut und Poliklinik für Sexualforschung und Forensische Psychiatrie, Interdisziplinäres Transgender Versorgungscentrum Hamburg und Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf.

Die Mail könnt Ihr hier lesen:

"Sehr geehrter Herr Nieder,

seit einiger Zeit beobachten wir mit Sorge, dass eine neo-biologistische Haltung in der deutschen, sowie europäischen Sexualwissenschaft großen Anklang findet - wahrscheinlich, weil sie kompatibler zu stereotypen Mann-Frau-Weltanschauungen ist, als wenn man für die Akzeptanz für geschlechtliche Vielfalt als solche eintritt.

Es gab Zeiten, in denen homosexuellen Menschen unterstellt wurde, ihr Begehren weiche von einer angeblich biologischen Heterosexualität ab. Diese Unterscheidung und Biologie und Nicht-Biologie ist falsch. Was ist, ist.

Heute hat sich das Ansinnen zwischen Biologie und Nichtbiologie zu trennen vor allem auf Bereiche verlagert (wenn auch Homosexualität noch von einigen Menschen als "Orientierung", die in der Kindheit entstünde, angesehen wird). Dazu gehören geschlechtliche Normvarianten wie "Transsexualität".

Dass ein Mädchen mit Penis und Hoden oder ein Junge mit Vagina und Gebärmutter geboren werden kann, wird heute noch von vielen Menschen nicht anerkannt. Die Aussagen beispielsweise eines transsexuellen Mädchens (das in seinem Geschlecht genauso wahr ist, wie alle anderen Menschen), das äußert "ich bin ein Mädchen", werden immer noch umgedeutet zu einer gegengeschlechtlichen Identifikation mit dem anderen Gender (Transgender). Damit wird aus der Wahrheit eines Menschen, der von der Norm abweicht, per Definition von der Psycho-Sexologie ein Mensch gemacht, der von einer angeblich objektiven Wahrheit (die dann gerne "biologisches Geschlecht" genannt wird, von der heutigen Sexologie) abweiche.

Als Vertreterin eines Menschenrechtsvereins, der diese Trennungen zwischen Biologie und Nicht-Biologie als Herrschafts- und Unterdrückungsinstrument ansieht (und als Haupt-Grund für Diskriminierungen und Ungleichbehandlungen), bedauere ich es, dass die Ignoranz gegenüber per se existierender geschlechtlicher Vielfalt Menschen, die von geschlechtlichen Normabweichungen "betroffen" sind, als Schritt in die richtige Richtung verkauft wird.

Veröffentlichungen der letzten Monate (vor allem auch aus dem TGEU-Umfeld und ihrem Hause, dem UKE Eppendorf) propagieren ein Weltbild, das nicht mit meiner Weltanschauung übereinstimmt. Geschlecht ist für mich vielfältig und alle Menschen biologisch. Transsexuelle Frauen sind Frauen und keine "biologischen Männer" mit "weiblicher Geschlechtsidentität" und transsexuelle Männer sind Männer und keine "biologischen Frauen" mit "männlicher Geschlechtsidentität". Die Selbstaussage eines Menschen über sein Geschlecht, die dieser mit/nach einem Coming Out trifft, ist ein Hinweis auf das eigentliche, ja und damit auch auf das "Biologische Geschlecht" des Menschen. Denn Biologie kennt Vielfalt und es wäre fatal diese auf wenige Merkmale wie Genitalien oder bestimmte Chromosomensätze zu reduzieren. Wer behauptet, links vom Strich sei die Biologie und rechts vom Strich abweichende "Gender Identitäten" ansiedelt, verkürzt den Blick auf per se existente biologische Vielfalt unzulässiger Weise und verwechselt was Biologie ist, mit dem, was er für Biologie hält (also mit der Definition, was laut aktueller zeitgeschichtlicher Fügung als "biologisch" gilt).

Da die Hauptursache für die Diskriminierung von Menschen mit geschlechtlichen Normabweichungen daher rührt, dass Interpretationen von Biologie, die per Medizin und Psychologie zur objektiven Wahrheit erklärt werden, angeblich subjektiven Identitäts-Empfindungen - die nach DSM 5 und den Vorgängern aus dem sozialen Umfeld (Gender) abgeleitet werden - gegenüber gestellt werden, möchte ich Ihnen mitteilen, dass es Menschen gibt, die dies als Psychopathologisierung im neuen Gewand verstehen, und derart nicht beschrieben oder klassifiziert werden wollen.

Sollte die deutsche und europäische psychoanalytisch orientierte Sexologie und deren Unterstützerkreis (TGEU, etc.) die Trennung zwischen Biologie und Nicht-Biologie stärker als bisher forcieren, wird es auch Menschen geben, die sich - das liegt in der Natur der Sache (da transsexuelle Menschen nun mal existieren) - auch stärker gegen diese Psychopathologisierung ihre Stimme erheben werden.

Ich denke, dass man Menschen die existieren auch durch Definitionen nicht unsichtbar machen kann, auch wenn das immer wieder versucht wird. Lange Zeit habe ich versucht zu verstehen, warum es Lobbyismus gibt, der die Existenz transsexueller Menschen bis heute abstreitet und bin bisher nur zu der Auffassung gekommen, dass machtpolitische Gründe dafür der Grund sein müssen, mag dies aber nicht so pauschalisiert beantwortet wissen. Vielleicht müssen wir uns als Menschen einfach damit arrangieren, dass nicht jeder alles versteht und Menschen grundsätzlich Wahrnehmungslücken besitzen. Möglicherweise gibt es tatsächlich Menschen, die nicht verstehen können - selbst, wenn sie es wollten - dass Mädchen auch mit 'nem Penis und Hoden und Jungs auch mit 'ner Vagina und Gebärmutter auf die Welt kommen können.

Es gibt auch Menschen, die bis heute nicht verstehen können, dass Homosexualität keine Sache der Erziehung ist, sondern einfach "da" ist. Interessant ist, dass die Mehrheit der homosexuellen Menschen, die ich kenne und schätze, die Thesen der Widernatürlichkeit von Homosexualität, die mit der Behauptung verbunden ist, man würde erst "schwul werden" oder "lesbisch werden" als stereotypen Unsinn ablehnen. Interessant ist aber auch, dass die transsexuellen und intersexuellen Menschen, die ich kenne, es als genauso unsinnig ansehen, Transsexualität oder Intersexualität als widernatürlich anzusehen, wie das zwangsläufig dann der Fall ist, wenn man die Selbstaussage eines Menschen über sein Geschlecht nicht als Teil der geschlechtlichen Wahrheit dieser Welt, in der wir uns befinden, anerkennt, sondern diese Aussage als "Identität" vom angeblich "wahren" Geschlecht abtrennt und daraus ein subjektives Gefühl konstruiert.

Ich bin mir sicher, dass Menschen, die existieren und sich über ihre Existenz bewusst sind, nicht dauerhaft ignorieren lassen. Da helfen auch neo-psychopathologisierende Ansätze wie die der "Gender Dysphorie" - ein Begriff, der ja selbst aus den 70ern stammt, als das Unheil der Psychopathologisierung transsexueller Menschen und die Verfügbarmachung intersexueller Menschen richtig an Fahrt gewonnen hat - nichts. Menschen die existieren, existieren... weil sie sind, wer sie sind.

Nichts für ungut,

Kim Schicklang
Aktion Transsexualität und Menschenrecht e.V.
http://atme-ev.de "



 
 

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